Freitag, 31. August 2012

Fußballfans gegen Homophobie



Während in mitteleuropäischen Ländern seit Jahren ein gesamtgesellschaftlicher Prozess konstatiert werden kann, der es homosexuellen Menschen mehr und mehr gestattet, ihre Sexualität nicht verbergen zu müssen und auch im öffentlichen Leben, in Politik und Kultur preiszugeben, scheinen dennoch Teile dieser Gesellschaft davon weitestgehend unberührt zu bleiben. Paradebeispi
el hierfür ist der Fußballsport, insbesondere da wo er von Männern ausgeübt wird, und seine Anhänger. Die Fankurve wie auch Mannschafts-, Vereins- oder Verbandsgefüge scheinen, ungeachtet empanzipatorischer Errungenschaften der Gesellschaft die sie umgibt, weiterhin ein Reservat obsoleter Männlichkeitsvorstellungen darzustellen. Mit Männern assoziierte Stereotype wie Härte, Kampfgeist oder Durchsetzungsvermögen, die für den Fußballer als unabdingbar gelten, werden exklusiv dem heterosexuellen Spieler zugeschrieben. Schwulsein dient hierbei als Synonym für Schwäche.

Das Resultat zeigt sich auf den Rängen, wo kollektiver Rausch und die Anonymität der Masse den Raum schaffen für Diskriminierung in unverhohlener und lautstarker Form. In den Vereinen hingegen prägt meist Tabuisierung das Bild, wenn auch hier nach wie vor mit Regelmäßikeit homophobe Entgleisungen von Akteuren aller Ebenen zu vernehmen sind.

Diesem Zustand entgegenwirken möchte die Aktion „Fußballfans gegen Homophobie“. Die Abteilung Aktive Fans des Vereins Tennis Borussia Berlin schickt hierfür in Kooperation mit dem Projekt Soccer Sound des LSVD Berlin-Brandenburg seit Juni 2011 ein Banner auf die Reise zu Vereinen, in Fankurven und zu Fußballprojekten in ganz Deutschland. Nach über einem Jahr ist die Aktion bereits ein voller Erfolg: In der Saison 2011/2012 machte das Banner an mehr als 35 Stationen Halt und wurde von zahlreichen Informationsveranstaltungen und Aktivitäten begleitet.

In dem Vortrag möchte ein Referent von „Fußballfans gegen Homophobie“ die Hintergründe der Aktion näher beleuchten und darüber hinaus die Thematik Homophobie im Fußball inhaltlich aufarbeiten, um die Notwendigkeit weiterer Intervention aufzuzeigen.

Mehr Infos zu Aktion: fussballfansgegenhomophobie.de


> Veranstalter*innen: Ultras Braunschweig in Zusammenarbeit mit dem AStA der TU Braunschweig <

Ausladungsklausel: Die Veranstalter*innen behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechten Parteien oder Organisationen angehören, der rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch homophobe, sexistische, rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen oder Taten in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.